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Einiges Wissenswertes über Spanien
Das spanische Festland nimmt vier Fünftel der Iberischen Halbinsel ein. Mit einem Durchschnitt von 600 m ist Spanien eines der höchstgelegenen Länder Europas. Von den Flächenländer liegt nur die Schweiz höher.


Die Farben der Flagge sind den Wappen von Aragón, Kastilien, León und Navarra entnommen.

Der offizieller Name Spaniens lautet: Reino de España. Der Landesname läßt sich auf den Namen Hispania zurückführen, den die Römer ihren spanischen Besitzungen gaben. Er geht seinerseits wahrscheinlich auf eine phönizische Bezeichnung zurück, die soviel wie "Küste der Kaninchen" bedeutet.

Spanien ist eine konstitutionelle Monarchie, die seit 1975 von König Juan Carlos I geführt wird. Die Regierungsführung hat seit 1996 Premierminister José Maria Aznar.

Spanien hat eine Landesfläche von 505.992 km2, davon 32% Wald und Buschland, 30% Wiesen und Weiden. Die Landesgrenzen messen zusammen 1 917,8 km (Andorra 63,7 km, Frankreich 623 km, Gibraltar 1,2 km, Portugal 1 214 km, Marokko (Ceuta) 6,3 km, Marokko (Melilla) 9,6 km. Zu den Landesgrenzen hinzu kommen noch 4964 km Küste.

Spanien hat 17 autonome Regionen (Andalucía, Aragón, Asturias, Baleares (Balearen), Canarias (Kanarische Inseln), Cantabria, Castilla-La Mancha, Castilla y León, Cataluña, Communidad Valencia, Extremadura, Galicia, La Rioja, Madrid, Murcia, Navarra, País Vasco (Baskenland)) welche wiederum in 50 Provinzen unterteilt werden.
Die Hauptstadt ist Madrid.


Die Sprache

Die spanische Sprache ist nach Mandarin, Hindi und Englisch die am weitesten verbreitete Sprache der Welt. Ausschlaggebend für die Verbreitung des Spanischen war die Kolonisierung großer Teile Südamerikas und der Karibik durch spanische Eroberer ab dem 16. Jahrhundert.

Die Landessprache und verfassungsmäßige Staatssprache ist Spanisch (Castellano). Daneben haben Katalanisch, Baskisch, Galizisch und Valenzianisch offiziellen Rang in der betreffenden Autonomen Gemeinschaft.

Die spanische Sprache ist eine westromanische Sprache. Gesprochen wird sie in Spanien, Mittelamerika (einschließlich Mexiko) und Südamerika (außer Brasilien). Spanisch entstanden aus dem Vulgärlatein der römischen Besatzungszeit, wobei die früher in Spanien gesprochenen keltischen und iberischen Sprachen mit Ausnahme der baskischen Sprache verdrängt wurden.

Die spanische Sprache steht in Wortschatz und Morphologie dem Lateinischen noch sehr nahe. Von der Zeit der Mauren zeugen heute noch rund 4000 arabische Wörter.
Als Literatursprache setzte sich nach Vertreibung der Araber die kastilische Sprache (Castellano) durch, Mundarten wie Andalusisch, Aragónisch, Leonesisch u. a. blieben dabei bestehen. In Nordostspanien herrscht die katalanische Sprache vor.


Das Land

Geographisch ist Spaniens Meseta, ein zentrales Hochland aus uraltem Gestein, welches mehr als die Hälfte der Landschaft bedeckt. Die Meseta ist von Gebirgen umgeben und steigt im Durchschnitt auf 600 m an. Die Pyrenäen beginnen am Mittelmeer und erstrecken sich bis zum Golf von Biskaya im Nordosten. Das Kantabrische Gebirge zieht sich entlang der Nordküste und schwenkt nach in Richtung Nordportugal und Atlantik. Das Iberische Randsgebirge verläuft von den Kantabrischen Bergen nördlich der Meseta entlang der Mittelmeerküste. Dazwischen liegt das Ebrotal.
Die Meseta wird durch die Flüsse Duero und Tajo entwässert, die von beiden Seiten des Zentralgebirges in den Atlantik fließen. Die Bergkette der Sierra Morena am südlichen Ende der Meseta liegt über dem Fluß Guadalquivir, der bei Cadiz in den Atlantik mündet, und dem Andalusischen Becken. Weiter südlich befindet sich das Küstengebirge Sistema Penibetica.

Das spanische Klima wird durch die Westwinde des Nordatlantiks, durch die Höhenunterschiede und die gelegentlich trockene Warmluft aus der Sahara bestimmt. Die Nordregion, die sich von Galicien bis zu den westlichen Pyrenäen erstreckt, hat ein feuchtes, maritimes Klima. Die Winter sind mild und die Sommer relativ kühl. In der zentralen Zone herrscht ein Kontinentalklima mit sehr kalten Wintern und extrem heißen Sommern. Es regnet nur sporadisch. An der Ost- und der Südküste ist das Klima mediterran mit milden Wintern und warmen, trockenen Sommern. An der Costa del Sol fallen die geringsten Niederschläge.

Im feuchten Norden wachsen vorwiegend Laubwälder, im Süden Nadelwälder. Teile der Südküste weisen eine subtropische Vegetation auf. Nach vielen Jahrhunderten intensiver landwirtschaftlicher Nutzung verwandelten sich große Teile der Meseta in karges Land, bewachsen mit dornigem Gestrüpp, vereinzelten Bäumen und Sträuchern. Den trockenen Südosten bedecken Grassteppen. Da Spanien vom übrigen Europa durch die Pyrenäen und das Mittelmeer getrennt ist, überlebten eine Vielzahl einheimischer Tiere und Reptilien, die in Europa bereits ausgestorben sind. Dazu kommen typisch afrikanische Tierarten wie beispielsweise die Ginsterkatze.


Die Kultur

Spanien ist ein an historischen Kulturschätzen ausgesprochen reiches Land. Von steinzeitlichen Höhlenmalereien über Zeugnisse der keltischen, phönizischen und römischen Epoche, der maurischen Periode und dem Mittelalter bis zu den Kunstschätzen der Neuzeit sind alle Elemente vorhanden, die das Land zu einem Anziehungspunkt für den kulturhistorisch interessierten Besucher machen.

Nicht weniger reichhaltig und lebendig ist die aktuelle Kunst- und Kulturszene. Dies gilt nicht nur für die Metropolen Madrid und Barcelona, sondern zunehmend auch für die übrigen Regionen. Die nach dem Ende der Franco-Zeit einsetzende Öffnung Spaniens hat sehr schnell zu einer Internationalisierung gerade auch des Kulturlebens geführt. Dreimal bereits wurden spanische Städte als Kulturhauptstadt Europas ausgewählt (Madrid 1992, Santiago de Compostela 2000 und Salamanca 2002).

Kunst und Kultur werden aus öffentlichen Haushalten und durch private Stiftungen in erheblichem Maße gefördert. Eine besondere Rolle spielen dabei die zahlreichen Festivals, zu denen regelmäßig hervorragende Vertreter aller Sparten der Darstellenden Kunst aus dem Ausland nach Spanien kommen.
Oft sind junge Paare schon lange vor der Hochzeit verlobt. So haben sie Zeit, genügend Geld für die eigenen vier Wände anzusparen. Männer heiraten im Durchschnitt im Alter von 27, Frauen dagegen bereits zwischen 20 und 24 Jahren. Die moderne spanische Familie ist normalerweise ziemlich klein, aber sie pflegt ihre Beziehungen zur Großfamilie.
Die Scheidungsrate ist gering. Der Ehemann gilt traditionell als Familienoberhaupt, während seine Frau die Verantwortung für den Haushalt und die Kinder trägt. Heute sind, vor allem in den Städten, viele Frauen berufstätig und verdienen ihr eigenes Einkommen.

Seit dem Millenniumswechsel hat sich die spanische Bevölkerung spürbar geöffnet. In dem früher obligatorisch streng katholischen Land (Katholizismus als Staatsreligion eingesetzt durch General Francisco Franco) ist heute die kirchliche Trauung  homosexueller Paare, mit allen staatlichen Rechten zur Selbstverständlichkeit geworden. Der Umgang mit Minderheiten ist im spanischen Norden besser etabliert, als im Süden. Dies ist vermutlich auf den dort intensiveren Einfluss arabischer Kultur zurückzuführen.


Die Ernährung

Das Frühstück besteht zumeist aus Kaffee oder heißem Kakao sowie Magdalenas,  Brot, Marmelade oder Churros, einem frittierten Gebäck, das mit Zucker bestreut wird. Die Mittags- und Abendmahlzeiten setzen sich aus verschiedenen Fleisch- oder Fischsorten, Salaten, Früchten und Käse zusammen. Die Erwachsenen trinken normalerweise Wein zum Essen, die Kinder bekommen Mineralwasser oder andere alkoholfreie Getränke. Brot gehört zu jeder Mahlzeit.

Zu den klassischen spanischen Gerichten gehören Gazpacho, eine kalte Suppe aus Zwiebeln, Paprikaschoten, Tomaten und Knoblauch; Paella, eine Reispfanne mit Safran, Huhn, Meeresfrüchten und weiteren Zutaten; Arroz negro, Reis mit Tintenfisch; und schließlich Cocido, eine kastilische Suppe. Außerdem gibt es eine Vielzahl regionaler Spezialitäten. In vielen Lokalen kann man kleine Gerichte namens Tapas bestellen. Tapas können einfach nur Oliven oder Käsestückchen sein, aber auch Fleischbällchen in einer feurig gewürzten Sauce.

Spanien gehört zu den führenden Weinproduzenten der Welt und ist das Ursprungsland des Vino de Jerez besser bekannt als Sherry.

Die Hauptmahlzeit nehmen die meisten Spanier gegen 14.00 Uhr, das Abendessen etwa um 21.00 oder 22.00 Uhr ein. Am späten Nachmittag nehmen viele noch eine Merienda (Zwischenmahlzeit) zu sich. Dies ist oft ein Bocadillo (belegtes Brötchen) mit einem heißen Getränk.


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