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Was bin ich - heiteres Beruferaten ¡auf Spanisch!
Allem weiter unten vorne weg: Ich bin in Spanien um Spanisch zu lernen. Es war und ist nicht meine Absicht mir hier eine Arbeit zu suchen. Im Zuge des Spanischunterrichts kam das Thema auf "Studieren der Sprache in Spanien", und da das eine Möglichkeit ist noch besser Spanisch zu lernen, fing ich an mich zu erkundigen. Und da ging's dann richtig los!

Da ist man doch Schweizer, "de toda la vida" und vertraut auf was man kann. Falsch!

Die Frage ist nicht "Was sind Sie?", oder "Was haben Sie gelernt?". Eher schon "Was haben Sie für Papiere und welche Stempel tragen diese?". Wobei gesagt werden kann, dass ein Papier in seltsamer Sprache, will heissen, nicht der Landessprache, kein Papier ist. (Das ist wahrscheinlich auch in allen anderen Ländern so.)


Dies ist also eine Page für alle Descartes Verfallenen die ernüchtert feststellen müssen, dass sie nicht sind, was sie denken, sondern was sie in der Landessprache auf Papier haben, in dreifacher Ausfertigung, mit mindestens 2 Stempeln und drei Unterschriften drauf.

Problemchen?, ach wo, PROBLEME!!!

Da macht man also als Schweizer die Schule, und wer denkt denn schon an den Kindergarten?
Man tritt mit sieben Jahren ein - und mit 16 hat man den Pflichtteil erledigt. Hier, in Spanien tritt man mit 4 bis 5 Jahren ein, hat somit entsprechen mehr Jahre Schule und demnach auch mehr ... ja was nun? Einig ist man sich durchs ganze Land in einem Punkt, der Sprachunterricht ist hier sehr schlecht. Warum sonst können Ausländer in Fremdsprachen plappern als wäre das das natürlichste der Welt und den Einheimischen macht's unheimliche Mühe.
Das ist hier nur ein Beispiel und gibt nicht meine allgemeine Meinung wieder.

Haben Sie eine Lehre gemacht anstatt an der Uni zu studieren? - Nehmen Sie Platz neben mir, auf der Verliererbank. Ich bin Chemielaborant mit eidgenössischem Fähigkeitsausweis, dachte ich - und wieder grüsst mich Descartes.

Chemielaborant, ein Beruf, den es in halb Europa, mitunter auch in Spanien, nicht gibt. Was bin ich also? Meine Arbeit macht in Spanien ein Chemiker, aber die spanischen Behörden können natürlich nicht ein entsprechendes Dokument erstellen, da ich nicht an der Uni studiert habe und wenn ich dieses Dokument dann zurückwandeln würde, hätte ich ja auch einen Uniabschluss in der Schweiz. Soviel zu den Problemen.

Ich kann hiermit also allen, die für mehr als drei Wochen irgendwohin fahren, diese Tipps geben:
  • Besorgen Sie sich alle (ja  alle!!!) Papiere die sie jemals in Ihrem Leben für irgendeine Ausbildung [Kindergarten, alle Schulen, Lehre, Uni, Kurse, Weiterbildungen, Seminare, Lehrgänge, Freizeitkurse, Sprachkurse, und so weiter] gemacht haben.
  • Machen Sie von alldem mindestens 3 Kopien.
  • GEBEN SIE NIEMALS EIN ORIGINALDOKUMENT AUS DER HAND!!!!!
  • Lassen Sie alles in die jeweilige Landessprache übersetzen. (Im jeweiligen Land meist günstiger.)
  • Wenn Sie auf ein Amt gehen, benötigen Sie die Kopien und die Originale um die Kopien zu bestätigen.
  • Lassen Sie sich Ihre Ausbildung anerkennen, bestätigen (Homolgation, Convalidation)
  • ... und geben Sie Descartes eine Chance

Übrigens: Sollten Sie jetzt denken " Typisch, diese Spanier!" unterliegen Sie einem riesigen Denkfehler. Wir Schweizer sind nähmlich keinen Deut besser, wenn nicht sogar schlimmer. Wir denken ja auch, dass die Ausbildung in der Schweiz eine der besten der Welt sei. Ein Zitat ist hier vielleich als Beispiel angebracht: Einer meiner Ausbilder und Arbeitskameraden, leider verstorben und hier auch deshalb nicht namentlich genannt, sagte: "Spanische Hochschule!?! Muss wohl im dritten Stockwerk sein!!".

Wie sich meine Rückkehr in die Schweiz dokumenentechnisch gestaltet, können Sie auf der folgenden Seite nachlesen.



An dieser Stelle möchte ich mich bei Herrn Remo Marantelli, Chefexperte für Chemielaboranten der Kantone BS / BL; Herrn Mohler, Rektor der Sekundarschule Spiegelfeld in Binningen; und allen anderen Personen, die mir ,teilweise mit viel Zeitaufwand, geholfen haben meine Papiere aufzutreiben, für die erhaltene Unterstützung bedanken.

Speziell erwähnen möchte ich an dieser Stelle die Academia San Luis, Rúa San Vicente 77, in A Coruña, deren Direktorin/Besitzerin Mari Carmen mir zu sensationellem Preis alle meine Papiere ins Spanische übersetzte.


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