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Packen - Fahren - Ankommen
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Dezember 2003
Meine Wohnung sieht aus wie Sau! Überall stehen Kisten rum und liegen Sachen die
entweder eingelagert, oder eben eingepackt werden. Ob ich in A Coruña zur Schule
kann, was von meinen Papieren abhängig sei, habe ich auch nach dem x-ten Anruf und
einigen Mails noch nicht rausfinden können.
Aber dennoch, meine Wohnung ist gekündigt, ich war beim Einwohner-, Steuer-, und
Sonstwas-Amt. Das Kreiskomando verliert meine Papiere und ruft immer mal wieder an. Und
ich, mittendrinn und brauchte eigentlich einen Haarschnitt. Das mag zwar keinen Sinn
machen, ist aber so. Also trinke ich Instant Kaffee, da ich meine Kaffeemaschine schon
meinem Bruder fürs nächste Jahr ausgeliehen habe und esse dazu schwarzgebranntes
Toast, weil ich den Toaster nicht im Griff habe.
Am Telefon (auf Spanisch) mit der Schule: - Schule der Sprachen. Guten Tag. - Guten Tag,
mein Name ist Alex ..., ich habe gestern angerufen.. - Ah ja, wir verbinden Sie mit dem
Sekretariat. Sekretarat, bitte sprechen Sie. - Guten Tag, mein Name ist Alex ... - Sie
hatten uns gestern angerufen. - Ja, das ist richtig, man sagte mir gestern morgen, dass
ich abends um fünf anrufen sollte und abends um fünf, dass der zuständige
Sachbearbeiter erst heute hier sei. Ich habe Ihnen eine eMail ans Sekretariat geschickt,
mit meinen Papieren.... - Warum rufen Sie heute schon wieder an? - Weil ich wissen
möchte ob ich die Zulassung an die Schule erhalte. - Falls sie zugelassen werden,
werden Sie vermutlich in Stufe 2 oder 3 eingeteilt, Sie sprechen schon sehr gut. - Ja,
aber was ich wissen möchte ist ob ich zugelassen werde. - Dazu brauchen wir Ihre
Papiere. - Die haben Sie gestern abend per Mail erhalten. - Wenn Sie die
Papiere haben, wird das Ministerium entscheiden. - Welches Ministerium? - Das Ministerium
entscheidet, ob sie zugelassen werden. - Ja, aber welches Ministerium? - Sie müssen
auch Ihren Reisepass mitbringen. - Zur Zeit bin ich in der Schweiz. Welches Ministerium
entscheidet ob ich zugelassen werde? - Sie müssen alle Ihre Papiere dem Ministerium
vorlegen. - Ja, klar, aber welchen Ministerium? - Und das Ministerium entscheidet dann, ob
Sie zugelassen werden. .....
Und es Weihnachtet sehr .... Bei strahlend schönem Wetter beginnt der 24. Dezember
nach einem festlichen Abendessen im Häxehüüsli am Vortag. Die Kinos sind fast gänzlich geschlossen, Tankstellenshops und Mac Do'
sind auch zu und am Fernseher läuft Schrott. Ich überbrücke den Tag mit
Geschenke auspacken, austragen von Geschenken, einigen Hühnerbeinchen, MIB,
Solitär und "Gran fiesta de Nochebuena con Raphael" auf RTVE: Tippedy
Tappedy Rackatack ¡Santa Claus muy pronto llegará! klackedy klack
¡Olé!
Nachtrag vom 25.01.04: Eben erfuhr ich Raphaels Spitznamen. Man nennt ihn in Spanien
"la bombilla" was soviel wie "die Glühbirne" heisst. Sein Stil
sich beim Singen zu bewegen, mit einer erhobenen Hand und eine eleganten Drehbewegung,
erinnert die Spanier ans Wechseln von Glühbirnen. Passt!
Und so geht das Jahr in die Vollen. Vor 2 Tagen wurde die Mac Donalds Filiale in
Münchenstein überfallen. Ich lag gerade in der Badewanne, als die Meldung
übers Radio kam. Man fragt sich doch gleich wie so ein Raubüberfall
abläuft. Da kommt der Räuber rein und sagt: "Ey, Du, mach Geld rüber,
alles, schnell!" und die Bedienung fragt nach: "Ist es für hier, oder
wollen Sie's mitnehmen?".
So, nun bin ich auch in der Msn Messenger Community. Hier könnt Ihr mich finden:
Letzte Neuigkeit im alten Jahr: Die Termine werden klarer! Am 9. Januar wird eingelagert
und am darauf folgenden Wochenende fahr ich los wegen dem Einstufungstest und der
Zulassung zur Schule. Vor dem definitiven Wegbleiben komme ich dann aber nochmals kurz
zurück. Kurz! Kuurz!!! Also, wer noch was will, soll sich jetzt melden :-)
Nun wünsche ich Euch allen noch einen schönen Silvester Nachmittag, einen Guten
Rutsch, und ein frohes Neues Jahr!
Januar 2004
Nach einer netten Silvesterparty zurück in die Realität. Und, nicht schlecht,
ich konnte meinen Hometrainer verkaufen! Alles was nicht eingelagert werden muss ist
prinzipiell gut.
Wenigstens gehöre ich zu der Sorte Menschen, die vor einem Umzug alles mögliche
wegwerfen. Die Anderen werfen es erst beim Auspacken und Einräumen weg. ... Und die
ganz Anderen packen es gar nicht erst aus, sondern stellen die Kartons in den Keller oder
Estrich (Für meine Deutschen Leser sei vermerkt, dass des Schweizers Estrich des
Teutonen Speicher ist.). LeserInnen dieser Zeilen können sich nun fragen
zu welchen Grüppchen sie gehören. Die Gruppenzugehörigkeit ändert
jedoch auch nichts an der Tatsache, dass man danach meistens vermisst, was man nicht mehr
hat.
Huäch, die Montage sind im Neuen Jahr noch dieselben.
Und es wird Donnerstag. Meine Wohnung ist keine mehr. Das Chaos ist ausgebrochen. Die
Möbel in Stücken. und noch immer nicht alles in den Umzugskartons. Ab und an
tauchen Dinge auf, an deren Existenz man sich nicht mal erinert. Sehr anstrengend. Sehr
anstrengend! Mein WLAN ist abgebaut. Mein Router funktioniert nicht mehr so, wie ich
möchte. Doch irgendwie bekomme ich das schon noch gebacken.
Der Donnerstag steht unter dem Moto "Lets einpack".
Und es ist bereits Freitag. In etwa 5 Stunden gehts los und noch immer ist die Packerei im
gange. Dies ist 2004 wahrscheinlich meine letzte Meldung aus der Schweiz. Deshalb an
dieser Stelle ein grosses "Ciao zämme" an alle meine Freunde hier. Allen
meinen engen Freunde eine Umarmung dazu und, wo's mehr ist, einen lieben, herzlichen
Abschiedskuss :-)
It's done! Alles ist im Moment unterwegs ins Freilager. Der Müll steht noch rum. Die
Polstergruppe ist genotechisiert und mein Rücken geschreddert. Peter, seit sechs Uhr
morgens an vorderster Front mit dabei, hat Hunger - ich auch. Draussen regnet es XXL. Ich
liege auf dem dreckigen Fussboden und fluche, weil ich das Modem noch an die Balcab
zurück geben muss. Aber vorher stelle ich diese Zeilen für Euch noch online. :-)
Estamos estropeados, cansados y somos expertos de vaciar pisos. ¡Olé!
Und wir danken Herrn Utz und seinem Team, für das kräftige Zupacken, das
vorsichtige Einladen und den sicheren Transport.
So, dies sind nun wirklich die letzten Zeilen vor der Abreise.
Ciao zämme, mir sehn uns spöter wieder.
So ist das halt, das Internet ist nicht zu ignorieren. Nach einer erholsamen Nacht auf
Rogers Wohnzimmercouch und einer halben Pizza vom Vortag, einer erfrischenden Douche und
einem Glas Mineralwasser geht's los. In etwas weniger als einer Stunde werde ich auf der
Strasse sein. A Coruña ich komme!
Dies sind also die allerletzten Zeilen aus der Schweiz für ein Jahr :-)
Hasta luego, bis dann.
In A Coruña
11. Januar 2004, 12:30 h - Ich bin da! Und gut und heil angekommen!
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