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Pipes Frequently Asked Question
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Hier einige der häufig gestellten Fragen
Seit wann gibt es Dudelsäcke?
Das Alter des Dudelsacks ist unklar. Bekannt ist, dass Rohrblattinstrumente wahrscheinlich
auf weit über 2500 Jahre zurück zu datieren sind. Rohrblattinstrumente
können verhältnismässig leicht mittels Zirkulationsatmung gespielt werden
und erzielen so dasselbe Ergebnis wie ein Dudelsack. Irgendwann wurde eine Tierhaut als
Luftreservoir zwischen Mund und Instrument eingebaut, was das Spielen vereinfachte.
Die Highlandpipe wurde in Schottland erstmals etwa 1250 n.Ch. gespielt.
Die etwas ältere Gaita Galega gibt es in Spanien seit etwa 1000 n.Ch. und die
ausgeklügelte irische Uilleannpipe(s) gibt es etwa seit 1750 n.Ch.
Woher kommen Dudelsäcke?
Die ersten Instrumente der Dudelsackfamilie wurden im mesopotamischen Raum (heute: Iran /
Iraq) gespielt. Von dort aus verbreiteten sie sich nach Westen bis Portugal, nach Osten
bis China und Russland, nach Süden bis Nordafrika und nach Norden bis Schottland und
Irland.
Gibt es ausser dem Schottischen noch andere Dudelsäcke?
Ja, Dudelsäcke sind eine ziemlich grosse Instrumentenfamilie. Über die
Jahrtausende haben sich in den verschiedenen Regionen zigtausend verschiedener
Dudelsacktypen entwickelt, wovon die meisten wieder verschwanden.
Heute gibt es wahrscheinlich noch weit über tausend verschiedene Dudelsäcke. Was
wir hier in Europa als Dudelsäcke bezeichnen würden, kann man 50 bis 100
verschiedenen Arten zuordnen.
Was ist der Unterschied zwischen einer Highland- und einer Warpipe?
Der heute bekannteste Dudelsack ist der grosse Schottische, der durch die kolonialmacht
England in der ganzen Welt bekannt gemacht wurde. Dieser Dudelsack hat mehrere Namen wie
z.B. Highland Pipe, great Highland Pipe, Scottish Warpipe oder Scottish Bagpipe
Gibt es auch deutsche oder schweizer Dudelsäcke?
Ja. In Deutschland ist der Dudelsack noch immer ein Instrument der Volksmusik. Es gibt
also noch eine lebende Kultur mit verschiedenen deutschen Dudelsäcken wie etwa dem
Hümmelchen oder dem Dudey.
In der Schweiz wurden früher ebenfalls Dudelsäcke gespielt, wofür Belege in
alten Steinfiguren, Bildern und Texten vorhanden sind. Auch die Schweizer sind "mit
Dudelsack und Trommeln" in den Krieg gezogen. Leider konnten sich im Gegensatz zur
Drehleier die Dudelsäcke in der Schweiz nicht behaupten und gingen vergessen.
Wird der Dudelsack noch häufig gespielt?
Ja. In vielen Ländern gehört das Dudelsackspielen noch heute zum Volksbrauchtum.
In Europa gehören die Schweiz und Österreich zu den Ausnahmen, die Ihre
Dudelsackkultur ganz verloren haben.
Gibt es viele Dudelsackspieler?
Ja. Nebst den lokalen Dudelsäcken hat sich die schottische Highlandpipe wohl zu dem
Dudelsack überhaupt entwickelt. Man findet fast in jeder grösseren Stadt Europas
eine schottische Dudelsackband, vor allem aber in Gegenden wo sich Schotten, Iren oder
Engländer ansiedelten.
Wie funktioniert ein Dudelsack?
Der als Luftreservoir genutzte Sack wird über ein Ansatzstück mit Luft
gefüllt. Dies kann durch Aufblasen mit dem Mund geschehen, aber auch durch Aufpumpen
mittels einer Pumpe (Blasebalg).
Die Luft im Sack wird durch Drücken mit dem Arm über die den Ton erzeugenden
Rohrblätter in die Bordunen und die Schalmei(en) gepresst. Je nach Härte der
Rohrblätter braucht dies mehr oder weniger Druck. Die Schalmei hat Löcher die
mit den Fingern verschlossen oder geöffnet werden, was dann die Melodie erzeugt. Die
Bordunen erzeugen je einen permanenten Grundton.
Kann man einen Dudelsack stimmen?
Auch wenn hier immer wieder einige Stimmen (auch von Dudelsackspielern selbst ;-) dagegen
sprechen: Ja es geht! Man kann sogar einiges unternehmen was zur allgemeinen
Klangverbesserung beiträgt. Als erstes stimmt man, gegen ein Stimmgerät oder ein
anderes Instrument, die Melodieflöte. Dies geschieht durch richtiges Positionieren
des Reeds. An Reeds selbst kann auch gestimmt werden, dies sollte allerdings nur mit
einiger Erfahrung gemacht werden. Spielt die Medodieflöte die richtigen Töne,
wird sie eingesetzt und die Bordunen werden gestimmt. Die Bordunen sind mehrteilig und
werden zum Stimmen entweder ineinander geschoben oder auseinander gezogen. Verkürzen
macht den Ton höher, verlängern tiefer. Für die Bordunreeds zählt
dasselbe wie für die Chanterreeds.
Wird ein Dudelsack länger als 20 Minuten nicht gespielt, kann er sich bereits
verstimmen. Wer nach längerem Nicht-spielen (mehr als ein paar Stunden) seinen
Dudelsack stimmt, wird feststellen, dass er sich die erste Zeit beim Spielen wieder
verstimmt und nachgestimmt werden muss. Mehr ...
Über wie viele Oktaven kann ein Dudelsack spielen?
Das ist ganz vom Dudelsacktyp abhängig. Der schottische Dudelsack spielt
beispielsweise (fast) keine Halbtöne und geht knapp über eine Oktave. Dagegen
kann die Irische Uilleannpipes mit allen Halbtönen (voll chromatisch) bis
in die dritte Oktave hinein gespielt werden.
Was sind Bordunen?
Bordunen sind permanente Töne. Der Dudelsack ist wohl das bekannteste
Borduninstrument. Ebenfalls zur Familie der Borduninstrumente gehört die Drehleier.
Mit etwas Toleranz lässt sich auch das australische Didgeridoo dazuzählen.
Was ist ein Rohrblatt (Reed) und woraus wird es gemacht?
Rohrblätter sind tonerzeugende Teile in Schalmeien und Schalmei ähnlichen
Instrumenten. Es gibt einfache Rohrblätter und doppelte. Das Rohrblatt besteht
normalerweise aus "Arundo Donax" einem Schilf oder Reedgras. Das Reedgras wird
geschnitten und getrocknet und dann zu den Reeds für die Instrumente verarbeitet.
Jedes Instrument braucht die eigenen Reeds. So sind Reeds für Saxophon und Oboe,
Fagott, irischen-, schottisch, spanischen Dudelsack sehr verschieden. Auch unterscheiden
sich beispielsweise die einfachen Reeds (Single Reeds) von Klarinette oder Saxophon
(flache Schilfplättchen) von Single Reeds der Dudelsäcke bei denen ein
Schilfröhrchen eingekeilt und aufgebrochen wird.
Metall Reeds können ebenso hergestellt werden, sind aber im Gegensatz zum Orgel- oder
Mundharmonikabau bei Dudelsäcken eher selten anzutreffen.
In den letzten Jahren sind Rohrblätter aus Kunststoff immer häufiger
anzutreffen.
Was ist ein Pakistani?
In Pakistan, welches neben Indien liegt, werden schottische Dudelsäcke gebaut. Meist
ist die Qualität dieser Instrumente mangelhaft. So hat sich unter schottischen
Dudelsackspielern der Begriff "Pakistani" für Dudelsäcke schlechter
Qualität durchgesetzt.
Was kostet ein Dudelsack?
Das ist abhängig vom Instrumententyp. Schottische Dudelsäcke guter Qualität
sind etwa ab 1000 € oder 1500 CHF erhältlich. Bei einem Uilleannpipes Fullset
ist der Preis bei ca. 4000 € oder 6000 Schweizer Franken.
Alte gebrauchte Instrumente sind günstiger, meist aber auch von schlechter
Qualität. Durch die elektronischen Errungenschaften wie Stimmgeräten wurde die
Qualität der Dudelsäcke in den letzten Jahrzehnten erheblich gesteigert.
Wo kann man Dudelsäcke kaufen?
Für alle etwas spezielleren Instrumente gilt: man sollte sie beim Instrumentenbauer
in Auftrag geben.
Natürlich wird man einen Intrumentenladen oder Trödelhändler finden, der
einem einen Dudelsack oder eine Geige verkauft, wer aber sicher gehen will ein gutes
Instrument zu erwerben, das seinen Preis wert ist, der fragt erst mal einige Leute die
solch ein Instrument spielen, wo sie es erworben haben. Zu meinen Empfehlungen.
Woran erkennt man einen guten / schlechten Dudelsack?
Dies ist ein Punkt, der für Dudelsack Neulinge sehr schwierig sein kann. Ein
Dudelsack zeichnet sich als gut aus, wenn die Schalmei gut gebaut wurde. Die Qualität
der Schalmei ist deshalb so wichtig, weil sie entscheidet ob das Instrument jemals sauber
gestimmt werden kann. Ebenfalls eine wichtige Rolle spielt die Qualität des Holzes
(wenn es denn Holz ist) aus dem der Dudelsack gebaut wurde. Hierbei gilt, dass
härtere Hölzer den Ton lauter machen. Das Alter des Holzes ist auch sehr
wichtig, denn zu junges Holz kann sich noch verformen. Der schönste Dudelsack wird
zur Farce, wenn sich nach ein paar Monaten die Bordunen wie Bananen krümmen. Alle
Bohrungen sollten sauber und gerade sein und das Holz darf keine Risse aufweisen Alle
Holzteile sollten idealerweise aussen wie innen poliert sein. Wer also wo rein fasst und
den Finger voller Spliter wieder herauszieht, der tut gut daran ein anderes Instrument zu
wählen. Der Sack sollte luftdicht und gut verarbeitet sein. Ein Sack aus Leder oder
Gummi sollte nicht spröde sein. Die Reeds und die Wicklungen (an allen Verbindungen)
sollten in einem guten Zustand sein. Wird ein Instrument gekauft, sollte es unbedingt kurz
gespielt werden, egal ob vom Käufer, Verkäufer oder einer Drittperson.
Wo kann man einen alten Dudelsack flicken lassen?
Bei seinem Liebling-Dudelsackbauer. Ein defekter Luftsack ist ein kleines
Problem und verhältnismässig günstig. Eine gerissene oder gebrochene
Schalmei ist teuer und sollte nur vom Fachmann restauriert oder neu gebaut werden.
Bordunen sind günstiger als Schalmeien und sollten auch vom Instrumentenbauer gemacht
werden.
Undichte Luftsäcke und Rückschlagventile werden die meisten Dudelsackspieler
selbst wieder instand stellen. Rohrblätter können von einigen Dudelsackspielern
selbst gebaut werden, werden aber meistens eingekauft.
Wo kann man Dudelsack spielen lernen?
In fast allen grösseren europäischen Städten gibt es Dudelsackbands die
darüber Auskunft geben können und meist selbst auch Unterricht geben. Für
Dudelsäcke anderer Länder fragt man am Besten die jeweiligen Kulturvereine an.
Diese können beispielsweise über die nächste Botschaft ermittelt werden.
Muss man sich einen Dudelsack kaufen, um Unterricht zu nehmen?
Wer wirkliches Interesse hat, wird früher oder später einen Dudelsack sein eigen
nennen. Um die ersten Schritte zu tun ist der Kauf eines Instrumentes meist aber noch
nicht nötig. So unterrichten Schotten mittels einer Plastikschalmei die Practise
Chanter genant wird und spielen danach einen einfachen Dudelsack ohne Bordunen der Goose
genannt wird.
Im Spanischen Galizien wird der Unterricht meist mit einer abgeänderten
Blockflöte begonnen und dann direkt auf dem Dudelsack (der Gaita) fortgesetzt.
Wie lange dauert es bis man Dudelsack spielen kann?
Das hängt sehr davon ab was man erreichen will. Ein paar einfache Melodien die mit
nur sehr wenigen Ziernoten auskommen wird man verhältnismässig schnell spielen
können. Da Dudelsäcke Instrumente der Volksmusik sind, werden sie meist sehr
schnell gespielt, was natürlich viel Übung erfordert.
Wer gar keine Erfahrungen mit anderen Instrumenten hat, der wird bei regelmässigem
Üben spätestens nach zwei Wochen etwas erstes Melodieähnliches spielen
können. Bis dann beispielsweise mit einer Highlandpipe bei einer Band mitgespielt
werden kann vergehen ca. 2-3 Jahre.
Welches sind die ganz bekannten schottischen Dudelsacklieder?
Ich wurde (kein Witz!) beim Strassenmusizieren in Basel auch schon gefragt:" Ach
bitte, spielen Sie doch mal das, was mir so gut gefällt!". Die fragende Person
war mir gänzlich unbekannt und dennoch wusste ich genau welche Stücke sie
meinte. Ich spielte zuerst "Scottland the Brave" und danach "Amazing
Grace" wobei ich beide Male intensives Nicken beobachtete und sie mir zurief:
"Genau das ist es!". Die "Highland Laddie" hätte ich wohl auch
noch anhängen können.
Zu meinen Lieblingsstücken zählen "The Clumsy Lover", "The High
Level", "The Gold Ring", "The Black Bear", "The Flying
Scotsman" und viele, viele mehr.
Wie laut ist ein Dudelsack?
Das ist ganz abhängig vom Typ des Instrumentes. Es gibt Zimmerdudelsäcke wie die
schottische Smallpipe oder die Irische Uilleannpipes die etwa die Lautstärke einer
Geige haben und es gibt die grossen "Freiland" Dudelsäcke (mit Bodenhaltung
und Auslauf :-) wie die schottisch Highlandpipe oder die Biniou der Bretagne, die einen
unglaublichen Lärm vom Stapel lassen. Messungen haben bei der Highlandpipe Werte von
130 db ergeben, das ist lauter als ein startender Jumbojet.
Welches ist die Grundstimmung beim schottischen Dudelsack?
Die Briten spielen den Dudelsack häufig zusammen mit Blechkapellen. Daher ist der
schottische Dudelsack in Bb, also "B flat" gestimmt.
Wie muss man einen Dudelsack pflegen?
Bei Ledersäcken die mit dem Mund aufgeblasen werden sollte darauf geachtet werden,
das das Instrument trocknen kann. Ledersäcke werden mit der Zeit luftdurchlässig
und können dann mit einem Dichtmittel wieder verschlossen werden. Diese Mittel
"Seasoning" oder "Sealing" genannt können bei jedem
Dudelsackbauer gekauft werden, der auch gleich die Anwendung erklären kann.
Holzteile (nicht die Reeds!) können mit handelsüblichen Instrumentenölen
eingerieben werden, um einen schönen Glanz zu erhalten.
Wo kann man einen Schottenrock kaufen?
Wenn man in einer Dudelsackband mitspielen möchte am besten dort nachfragen. So kann
der richtige Tartan vom richtigen Hersteller bestellt werden. Dies ist wichtig, weil sich
die gleichen Tartans der ca. 5 grossen Webereien in den Farbnuancen zum Teil stark
unterscheiden.
Wenn man nicht in einer Band mitmachen möchte, oder aber genau über den Tartan
und dessen Herkunft bescheid weiss, kann man seinen Kilt auch in Deutschland
kaufen.
Kilts & More verkauft im Laden in Mühlhausen bei Heidelberg sowie via Webshob erstklassige,
authentische Ware zu sehr gute Preisen. Die Beratung bei Kilts & More ist exzellent.
Der Schottenrock (Kilt) ist sehr teuer und kostet um die 400 € oder 600 CHF.
Wo kann man Dudelsacknoten kaufen?
Schottische Noten führen grössere Musikhandlungen in ihrem Sortiment. Ein gutes
Angebot findet sich im Web Shop des College of Piping. Einiges an freien Noten findet sich auch in den Online Tune Archiven.
Bei allen anderen Dudelsacktypen fragt man am besten in den jeweiligen Kulturvereinen nach
oder beim Instrumentenbauer. In vielen Kulturen gibt es nur wenige geschriebene Noten und
der Unterricht findet durch Vor- und Nachspielen statt.
Was trägt der Schotte unter dem Rock?
Würde!

Was trägt der Schotte unter dem Rock - die Zweite?
Die Zukunft Schottlands - die, jenachdem wie sie angepackt wird, anders aussehen kann!

Was trägt der Schotte unter dem Rock - Die Dritte?
Socken und Schuhe!
 | Bei Fragen und / oder Anregungen schickt mir bitte eine EMail.
Helft mir bitte mit folgenden Informationen weiter:
Schreibt mir um welchen Dudelsacktyp es sich in eurer Frage handelt!!
Schreibt mir bitte mit einem Namen, dass ich euch ansprechen kann.
Schreibt mir bitte woher ihr kommen (Stadt ist cool, Region reicht aber auch).
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